09.06.2026: Spannende Rennen, herausforderndes Wetter und positive Stimmung

N17 Foilend | Foto: Jaron Bommert
N17 Foilend | Foto: Jaron Bommert
 

N17 Foilend | Foto: Jaron Bommert

Ein Bericht von Dan Burdon, Wettfahrtleiter und Tonnenleger

Als Thomas Neudahl mich fragte, ob ich die Wettfahrtleitung der zweiten BAY RAID übernehmen wolle, zögerte ich keine Sekunde. Die Idee dieser Langstreckenregatta über die gesamte Lübecker Bucht hatte mich von Anfang an begeistert, und die erste Auflage im vergangenen Jahr bei kräftigem Wind hatte bewiesen, dass hier etwas Besonderes entsteht.

Wie sehr sich die Veranstaltung herumspricht, zeigte die Meldezahl: 24 Katamarane für den 15. Mai 2026. Organisiert hat das alles Thomas Neudahl im Alleingang, eine logistische Leistung, die man kaum hoch genug einschätzen kann.

Freitag statt Samstag, eine Entscheidung gegen den Wind

Die Herausforderung begann am Vorabend. Sämtliche Wetterapps prophezeiten für den 15. Mai nur sechs bis acht Knoten, wenig für eine 30-Seemeilen-Strecke quer über die Bucht, selbst für Katamarane. Der Ausweichtag, der 16. Mai, sah dagegen Böen von über 25 Knoten voraus, zu viel für einen großen Teil des Feldes. Nach mehreren Gesprächen mit erfahrenen Seglern vor Ort fiel die Entscheidung: Wir starten am Freitag.

Von drei vorbereiteten Kursvarianten wählten wir die mittlere. 30 Seemeilen quer über die Bucht, mit Tonnen vor Boltenhagen an der mecklenburgischen Küste, bei Pelzerhaken und an der Scharbeutzer Tonne, sowie dem Möwenpfahl als letzter Marke.

Auf dem Wasser: Spannung von Anfang bis Ende

Pünktlich um 11 Uhr fiel der Startschuss am Mövenstein. Die Flotte setzte zunächst Kurs auf die Travemünder Bucht, passierte die ersten Marken und schlug dann hoch in Richtung Norden zur mecklenburgischen Küste. Während die Boote ihren Weg durch die Bucht suchten, saß ich gemeinsam mit Thomas Bertram im Schlauchboot bei Pelzerhaken an Tonne 2. Wir froren gut drei Stunden lang bei zwar sonnigem Wetter jedoch noch kalten Temperaturen, aber das gehört dazu. Belohnt wurden wir schließlich durch den wunderschönen Anblick der ersten Katamarane am Horizont, die sich langsam unserer Position näherten.

Das Rennen bot alles, was eine gute Regatta ausmacht. Helge und Christian Sach setzten sich vorne fest und kamen schließlich als Erste ins Ziel.

Auf der langen Zielgeraden wurde es noch einmal eng. Sven und Jesse Lindstädt lagen dem Führenden dicht auf den Fersen und lieferten ein echtes Duell in den letzten Meilen.

Die Ergebnisse

Nach vier Stunden und einem unvergesslichen Segeltag lagen die Ergebnisse fest:

  • 1. Platz: Helge Sach und Christian Sach (LYC), 3:59:32 h
  • 2. Platz: Jesse Lindstädt und Swen Lindstädt (NRV) , 4:00:23 h
  • 3. Platz: Martin Friedrichsen und Björn Wendel (LYC), 4:09:36

Einen besonderen Preis als jüngste Crew verdienten sich Paulina Wagner und Jan Waldeck, beide aus der Jugend des LYC. Die beiden absolvierten die gesamte Strecke auf einer NACRA 17 mit Foils in 4:44:49 h, einem der anspruchsvollsten olympischen Boote überhaupt. Als Jugendwart war ich mächtig stolz auf die beiden.

Eine Regatta, die bleibt

Was mich nach der Siegerehrung und beim gemeinsamen Abendessen am meisten beeindruckt hat: Alle strahlten. Ob Podiumsplatz oder nicht, jeder Teilnehmer hatte etwas geleistet und etwas erlebt. Auch unsere dänischen Gäste, mit denen ich mich länger unterhalten habe, ließen keinen Zweifel daran, dass sie nächstes Jahr wiederkommen.

Ich sage es offen: Die BAYRAID ist auf dem Weg zur Kultregatta. Was Thomas Neudahl hier aufgebaut hat, verdient Anerkennung von der gesamten Katamaran-Community und weit darüber hinaus. Ich freue mich schon jetzt auf 2027.

Foto(s): Jaron Bommert

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