17.08.2026: Nach zwei Jahren Pause geht's wieder los! Ein spannender Törn entlang der Küste mit charmanten Häfen, kulinarischen Genüssen und einem unvergesslichen Erlebnis.
Nach fast zwei Jahren MEU-(Törn-)Abstinenz heißt es endlich wieder: Segel setzen auf meiner alten Lieblingsdame!
Am Samstag, den 11.07., treffen wir uns in Kalmar und übernehmen die MEU von Werner. Jakob und Laura sind schon am Abend vorher in Kalmar angekommen, Jan-Henning kommt mittags aus München und ich komme aus Göteborg rüber. Geplant war eigentlich eine Zugfahrt, aber auch außerhalb Deutschlands gibt es Probleme auf der Schiene. Deshalb steige ich auf den Bus um und komme 4,5 Stunden später als ursprünglich geplant an. Der Rest der Crew war aber schon fleißig und hat eingekauft.
Am nächsten Morgen pustet es ganz ordentlich mit 6 Bft, aber zum Glück aus Nord. Und da wir nach Süden wollen, legen wir ab und genießen eine flotte Überfahrt nach Grönhögen. Dort angekommen, schlürfen wir unser erstes Anlegerbierchen und schauen dem Treiben im Hafen zu. Kurz nach uns läuft eine Chartercrew ein, deren Skipper die Länge seines Gefährts offenbar nicht ganz richtig einschätzen kann. Er versucht, sich in eine Lücke zu quetschen, die definitiv zu klein ist. Nachdem er selbst erkennt, dass das nichts wird, legt er den Rückwärtsgang ein und verewigt sich mit seinem Anker in der Bordwand des Nachbarboots. Danach findet er dann doch noch eine passende Lücke.
Nach so viel Aufregung vertreten wir uns etwas die Beine und erkunden die Umgebung. Die 1884 in Kristianstad erbaute und 1916 nach Grönhögen versetzte Getreidemühle beherbergt heute eine Pizzeria. Die Pizzen sehen so gut aus, dass wir unmöglich daran vorbeigehen können, ohne selbst eine zu bestellen.
Anschließend geht es zurück an Bord. Wir grillen Burger und lassen den Abend mit einer Runde ‚Ganz schön clever‘ ausklingen.
Wir verschwinden einigermaßen früh in den Kojen, denn am nächsten Morgen soll es früh losgehen. Wir wollen den letzten Tag mit gutem Wind auskosten, um die rund 70sm nach Christiansø nordöstlich von Bornholm zurückzulegen. Um 06:00 Uhr legen wir ab und nehmen Kurs auf die Erbseninseln. In der zweiten Tageshälfte nimmt der Wind ab, sodass wir den Spi setzen können.
Gegen 19:00 Uhr kommen wir in einem gut gefüllten Hafen an und für uns bleibt – wie zu erwarten – nur ein Plätzchen im Päckchen in der vierten Reihe. Dank unserer Kabeltrommel gibt es sogar noch Strom für uns. Sehr wichtig, denn unsere Bordbatterien sind mittlerweile etwas schwach auf der Brust – die Karibikreise hat ihnen einiges abverlangt.
Anschließend gehen wir an Land, schauen uns diesen malerisch schönen Ort an und kehren für ein Anlegerbierchen in die Bar ein. Danach gibt es noch einen kleinen Spaziergang über Frederiksø mit einem Sonnenuntergangsbierchen auf den Steinen.
Zurück am Liegeplatz, verkündet das innerste Boot, dass es am nächsten Morgen um 08:00 Uhr ablegen möchte. Das durchkreuzt zwar unsere Ausschlafpläne, aber am nächsten Morgen haben wir Glück und erspähen auf der anderen Seite einen Liegeplatz mit Heckboje. Sobald ich das den noch müden Mitsegelnden in ihren Kojen mitteile, kommt plötzlich ganz schnell Bewegung in die Bude und wir können uns den Premiumplatz sichern.
Da uns der Ort so gut gefällt, beschließen wir, eine weitere Nacht zu bleiben und genießen einen wunderschönen und entspannten Hafentag. Es wird gespielt, gebadet, die Sonne genossen und Wäsche gewaschen. Am Ende des Tages schaffen wir es dann doch noch, Christiansø komplett zu umrunden. Diese beiden Inseln vermitteln einem wirklich den Eindruck, dass die Welt noch in Ordnung ist. Wir freuen uns schon aufs nächste Mal!
Am nächsten Morgen müssen wir leider weiter, denn wir wollen ja noch bis Kopenhagen. Also heißt es wieder früh aufstehen. Wir sind auf einen Tag unter eiserner Genua eingestellt, doch kurz nachdem wir den Hafen verlassen haben, kommt eine kleine Brise auf und wir können die Segel setzen – Kurs Ystad. Diese Leichtwindüberfahrten sind schon etwas Schönes. Wir vertreiben uns die Zeit mit Lesen, Spielen, Schläfchen, Kochen, Kreuzworträtseln und Musik hören.
In Ystad angekommen, drehen wir eine Runde durch die überraschend schöne Innenstadt und stocken unseren Vorrat an Köttbullar auf. Einen Drink und einen kleinen Snack auf dem Marktplatz gibt es natürlich auch noch.
Am Abend wird wieder gezockt, bevor wir müde in unsere Kojen fallen.
Auch am Donnerstag geht es wieder früh los. Noch einmal 50sm bis Skanör – ein Hafen, der ebenfalls zu Überfüllung neigt. Also wollen wir nicht allzu spät dort sein. Die ersten Stunden schiebt uns der Motor voran, bis wir schließlich den Spi setzen können. Hinter dem Flach südlich der Halbinsel müssen wir ihn wieder bergen und für die letzten fünf Seemeilen auf Groß und Genua umsteigen.
Im Hafen angekommen, spielt eine kompetente Hafenmeisterin Tetris und findet für uns in zweiter Reihe einen Platz im Päckchen.
Den Abend genießen wir am Strand. Später wird gekocht und – was auch sonst – gespielt.
Es ist Freitag und die letzten 20sm nach Kopenhagen stehen an. Leider ist die Ostsee spiegelglatt und so motoren wir bis in die Innenstadt. In der Marina Langelinie finden wir zunächst keinen Liegeplatz, aber im Stadthafen vor Schloss Amalienborg ergattern wir ein Plätzchen in der dritten Reihe. Nach über 200 Seemeilen in einer Woche haben wir Kopenhagen erreicht!
Von einem Freund von Jan-Henning bekommen wir eine Stadtführung und machen es uns danach auf der MEU mit ein paar Spaßgetränken und Snacks bequem. Später setzt Regen ein, was unsere Lust, noch einmal in die Stadt zu gehen, deutlich schmälert. Also machen wir es uns unter Deck gemütlich und schauen einen Film.
Am nächsten Morgen können wir dann doch noch einen Platz in der Marina Langelinie ergattern. Nach einer Putz- und Aufräumaktion ist die MEU bereit für die nächste Crew!
Foto(s): Clara Weimer, Laura, Clara